Karoline und Isaak Kaufmann

Im Lageplan sind das die Stolpersteine [27/28]

Karoline und Isak Kaufmann wohnten seit 1909 in der Karlsvorstadt 15. Isak Kaufmann war als Immobilienmakler mit überregionalen Beziehungen zu Geld gekommen und stets bereit, für Vereine und Notleidende davon zu spenden. So stiftete er gleich nach der Inflation 1923 der Stadt einen Betrag in Goldmark zur Verteilung an Bedürftige.

Das Haus der Kaufmanns in der Karlsvorstadt

Das Haus der Kaufmanns in der Karlsvorstadt

Isak Kaufmann wurde 1860 in Affaltrach geboren, seine Frau Karoline geb. Neumark 1868 in Georgensgmünd.
Sie hatten vier Kinder, wobei die Mädchen Lotti und Klara innerhalb des ersten Lebensmonats gestorben sind. Die Tochter Bertha heiratet den Rechtsanwalt Dr. Leo Ambrunn aus München. Die Ehe scheiterte und sie flüchtete Ende 1937 mit dem Schiff Washington nach New York. Ihr Exmann wurde in das Ghetto nach Piaski deportiert.
Der Sohn Berthold arbeitete als Kaufmann und Fabrikdirektor in Nürnberg und diente im 1. Weltkrieg. Hier ein Auszug aus den Bayerischen Kriegsstammrollen:

1928 heiratete er Melanie Kaufmann aus Elberfeld. 
Bertold und Melanie konnten sich nach Schweden retten, wo beide im Jahr 1986 gestorben und auf dem jüdischen Friedhof in Sodermalm, Stockholm begraben sind.Nachdem Isak im März 1933 von einem SA-Trupp gedemütigt und einige Tage im Heilbronner Gefängnis festgehalten worden war, zogen die Kaufmanns noch im selben Jahr nach Stuttgart. Von dort wurden sie 1942 nach Oberdorf umquartiert und am 23.8.1942 nach Theresienstadt deportiert. Noch im selben Jahr wurden sie nach Treblinka verschafft. Von den insgesamt 2001 Gefangenen des Transportes vom 29.9.1942 hat keiner in Treblinka überlebt. Die Kaufmanns wurden 74 und 82 Jahre alt.

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