Verfolgung und Vertreibung

Die jüdischen Mitbürger spielten im ausgehenden 19. Jahrhundert vor allem im wirtschaftlichen Leben Öhringens eine wichtige Rolle.
Mehrere Industrieunternehmen wurden von ihnen gegründet und eine große Zahl von Handels- und Gewerbebetrieben war im Besitz jüdischer Familien. Die jüdische Bevölkerungsgruppe gehörte zum Erscheinungsbild der Stadt Öhringen.

1890 zählte die jüdische Gemeinde 172 Personen, das waren rund 4,4 % der Gesamtbevölkerung; 1933 wurden noch 163 Personen gezählt.

Der Leidensweg der Öhringer Juden begann kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933. Bis 1941 sind etwa zwei Drittel von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung ausgewandert.

– Kurz nach der Machtübernahme wurden erste jüdische Einwohner misshandelt,
– bereits 1933/34 schlossen die ersten jüdischen Geschäfte,
– 1936 mussten die jüdischen Schüler das Progymnasium verlassen,
– von 1936 bis 1938 wurde für die Kinder eine Privatschule organisiert,
– im Herbst 1936 wurden jüdische Händler vom Öhringer Viehmarkt ausgeschlossen,
– beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge demoliert,
– im Juli 1939 wurde die jüdische Gemeinde schließlich aufgelöst,
– 1941 wurden die noch verbliebenen jüdischen Einwohner deportiert.

Siehe auch: http://www.alemannia-judaica.de/oehringen_synagoge.htm