Gedenktafeln im Kreuzgang

Zwei jüdische Gedenktafeln im Kreuzgang Stiftsgebäude Öhringen

Am 08.11.1998 hat der „Arbeitskreis Zeitgeschichte der VHS“ zum Gedenken an 60 Jahre Reichspogromnacht die neue Tafel an der ehemaligen Synagoge in Öhringen eingeweiht. Für die ehemalige Öhringer jüdische Synagoge wurde eine Tafel in Auftrag gegeben und vorgestellt, die auf die ehemalige jüdische Gemeinde in Öhringen und auf das Schicksal der jüdischen Bevölkerung aufmerksam macht. Diese Tafel, von der Stadt Öhringen finanziert, wurde nach den Renovierungsarbeiten am heutigen „Haus der Jugend“ angebracht.

Außerdem sollte im Kreuzgang der Stiftskirche, auf Wunsch des Arbeitskreises, im Bereich des Ehrenmals nicht nur die Namen der Gefallenen im 2. Weltkrieg verzeichnet sein, sondern auch die, der über vierzig jüdischen Personen, die durch die Naziherrschaft umgekommen sind.

Für den Arbeitskreis war es wichtig, wie die Vergangenheit in Verantwortung und Würde weiter bewältigt werden kann.
„Nicht vergessen!“ das ist nicht nur ein allgemeines Anliegen, sondern ein Auftrag unserer Friedensarbeit, unseres Nachdenkens, wie Gerechtigkeit und Menschenwürde immer neu aktualisiert werden könnten.

Die zwei Gedenktafeln mit den Namen von 42 jüdischen Personen aus Öhringen, die in Jahren 1938 bis 1945 durch den Terror der Nationalsozialisten umgekommen sind, sollten links neben dem Ehrenmal angebracht werden. Die Finanzierung der zwei Gedenktafeln über 15.000 DM wurde jeweils zu 1/3 durch die Öhringer Kirchen, 1/3 durch die Stadt Öhringen und 1/3 durch Spender und Sponsoren finanziert.

Der Steinmetzbetrieb Köberer aus Öhringen hatte beide Gedenktafeln hergestellt. Am Ende der 42 Namen steht der Spruch von Friedrich Hölderlin:
„Die Mauern stehen sprachlos und kalt, im Winde klirren die Fahnen“

Am 19.11.2000 konnten die zwei Gedenktafeln für die Öhringer Juden im Kreuzgang der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dazu gab es im Kreuzgang zwei Ansprachen durch Dekan Joachim Stier und OB Jochen K. Kübler. Die Namen der 42 Opfer wurden verlesen und eine Gedenkminute gehalten. Dieser Teil wurde durch die Musik der Bläser begleitet.
Im Weizsäckersaal sprach Pfr. Hartmut Häcker über „Grundsätzliches“, und Herr Walter Meister hielt ein Referat „Vom rechten Gedenken“. ( Den Vortrag finden Sie hier.)
Auch diese Feier war musikalisch mit Flöte und Klavier umrahmt.

Zeitungsartikel der Hohenloher Zeitung vom 20. November 2000