Riga

Eines der Lager bei Riga war Gut Junfernhof, ehemals ein lettisches Staatsgut. Dieses sollte während der deutschen Besetzungszeit in ein SS-Staatsgut umgewandelt werden. Allerdings bestand das Gut zu dem Zeitpunkt aus einem Gutshaus, fünf kleineren Häusern, drei Holzscheunen und Ställen, alles in mehr oder weniger baufälligem Zustand. Obwohl die Anlage für die Unterbringung von vielen Menschen nicht geeignet war, wurde in den Gebäuden und Scheunen so viele Holzpritschen aufgestellt, wie möglich.
Um „Platz für die erwarteten Großtransporte“ zu schaffen, wurden am 30. November und am 8. Dezember 1941 über 25.000 lettische Juden im Wald bei Rumbula (Vorort von Riga) erschossen. Ebenfalls am 30. November traf am frühen Morgen ein Transport mit 1053 Berliner Juden ein, diese wurden direkt in den Wald von Rumbula umgeleitet und ebenfalls erschossen. Bekannt wurde diese Massenermordung unter dem Begriff „Rigaer Blutsonntag“.
In den darauf folgenden Tagen trafen Massentransporte aus Nürnberg, Stuttgart, Hamburg und Wien ein.
Anfang 1942 waren knapp 4000 Menschen in das Lager gepfercht.

Zu den äußeren unmenschlichen Bedingungen der Unterbringung, kam eine völlig unzureichende Verpflegung, schlechteste medizinische Versorgung und ein Temperatursturz auf -30 Grad.
Im Lager starben in diesem harten Winter zwischen 800 und 900 Insassen. Wegen des hart gefrorenen Bodens war es nicht möglich, die Verstorbenen zu begraben.

Von den rund 4.000 Menschen, die nach Jungfernhof verschleppt wurden, überlebten nur 148 Personen.

Mehr Informationen:
Jungfernhof ein idyllischer Ort bei Riga und seine dunkle Vergangenheit
Öhringer Juden auf dem Jungfernhof