Hedwig, August, Lore und Siegfried Thalheimer

Im Lageplan sind das die Stolpersteine [12] [13] [14] [15]

Hedwig (*1889) und August (*1884) Thalheimer und ihre Kinder Lore (*1923) und Siegfried (*1926) wohnten zusammen mit Augusts Mutter in der Poststraße 24. Das ist das Haus auf der Ecke Poststraße/Rathausstraße.August betrieb dort ein kleines Textilgeschäft, das aber nach dem Boykottaufruf der Nazis aufgegeben werden musste.

Die Tochter Lore geht im Juni 1938 mit 15 Jahren nach Stuttgart „in Stellung“ und kehrt im Dezember wieder nach Öhringen zurück. Im Februar 1939 muss sie nach Esslingen in ein israelitischen Waisenhaus und im darauffolgenden Dezember nach Stuttgart in ein Altersheim.

Der Sohn Siegfried muss ebenfalls in das Waisenhaus in Esslingen und im Oktober 1939 nach Stettin, ebenfalls in ein jüdisches Waisenhaus.

Lore Thalheimer ist das Mädchen vorne in der Mitte (die vierte von links).                                        Bild oben links: Schüler der jüdischen Schule im April 1937. (Hintere Reihe von links) Beatrice Westheimer (dep.), Fredi Herz, Ruth Stern, Suse Kaufmann, Rolf Merzbacher, Ruth Schlessinger, Lehrer (Rabbi) Bodenheimer, Anita Israel, Walter Thalheimer, Anneliese Stern, Werner Merzbacher, (vordere Reihe von links) Kurt Hirsch, Bernd Hirsch, Kurt Berliner, Lore Thalheimer (dep.), Helmut Israel, Trude Ledermann, Ilse Stern, Günter Stern, Doris Einstein.

Dann verlieren sich ihre Spuren. Beide wurden nach dem Krieg auf den 1.12.1941 für tot erklärt, Lore wurde 18 Jahre alt, Siegfried 15 Jahre.

Hedwig, geborene Kaufmann aus Berlichingen, war 52 Jahre, August 57 Jahre alt, als sie mit anderen Juden aus Öhringen an einem Novembermorgen 1941 in Öhringen ihren letzten Gang antraten. Sie zogen mit wenigen Habseligkeiten auf den Bahnhof Öhringen, und hatten sich mit den anderen auf dem Stuttgarter Killesberg zum Abtransport nach Osten einzufinden.

Am 1.12.1941 mussten sie die Fahrt mit dem württembergischen Deportationszug vom Stuttgarter Nordbahnhof nach Riga (Lettland) antreten. Riga-Jungfernhof, Außenlager des Ghetto Riga, hieß der Ort des Schreckens. Dort oder in der Nähe wurden sie ermordet, das genaue Todesdatum konnte nicht ermittelt werden. Im Jahr 1945 wurden sie für tot erklärt.

Übersicht Opfer hinter den Steinen