Jakob Einstein

Im Lageplan ist das der Stolperstein [37]

Jakob Einstein war Gründer der Schuhfabrik Einstein, die Anfang des letzten Jahrhunderts einer der größten Betriebe in Öhringen war. Er wurde 1861 bei Bad Wörishofen in Bayern geboren, kam 1887 nach Öhringen, kaufte in der Haller Straße 12 eine vormalige Textilfabrik und begann darin eine Schuhproduktion. Das Unternehmen florierte bis 1933, dann begannen der Niedergang und der Leidensweg der Familie Einstein. Sie verkauften bis 1938 ihren Besitz und verließen Öhringen, mit Ausnahme der Familie Leopold Einsteins. Jakob Einstein wohnte mit seiner Familie in der Haller Straße 8 in Miete.
Er hatte mit seiner Frau Elise drei Kinder: Adelheid, Heinrich und Leopold. Mit seinen Nachbarn und Vermietern, der christlichen Familie Förnzler, war er freundschaftlich verbunden. Es war bekannt, dass Jakob Einstein immer eine besonders schön geschmückte Laubhütte gehabt hat. Bereits 1919 hat Jakob Einstein die Leitung der Firma an seinen Sohn Heinrich und seinen Schwiegersohn Karl Gutmann abgegeben. Die Eheleute Jakob und Elise Einstein blieben aber weiterhin in Öhringen, bis ihr Sohn Heinrich beim Überfall des Kommandos Fritz Klein am 18. März 1933 von den SA-Schlägern schwer verletzt wurde und die Auswanderung betrieb. Die Eltern hofften auf einen friedlichen Lebensabend, als sie 1935 ins Altersheim Gailingen (bei Konstanz) zogen. Dort starb Elise 1940 im Alter von 75 Jahren, der 79-jährige Jakob Einstein wurde, wie alle in Baden lebenden Juden, im Oktober desselben Jahres in das französische Lager Gurs deportiert, wo er Anfang 1941 an den Entbehrungen starb.

Übersicht: Opfer hinter den Steinen                                              Stolperstein [38]